Workshop „Soundcheck“ zeigt: Wie viel Rechtsextremimus steckt in einzelnen Songtexten?

Furtwangen. – Wie viel Ideologie steckt in einem Songtext? Und wie zeigt sich Rechtsextremismus heute? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die achten Klassen der Realschule am Otto-Hahn-Gymnasium Furtwangen im Rahmen des Projekttags „Soundcheck“. Die Veranstaltungen fanden am 17. November 2025 und 18. November 2025 statt und wurden vom Team meX der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg durchgeführt.
Im Mittelpunkt des Workshops stand die Auseinandersetzung mit modernen Formen des Rechtsextremismus. Die Jugendlichen lernten, dass rechtsextreme Ideologien längst nicht mehr nur in eindeutigen Symbolen oder Parolen sichtbar sind. Heute bedient sich die Szene subtilerer Strategien: Sie nutzt soziale Medien, Mode, Online-Communities – und besonders Musik – um junge Menschen anzusprechen und zu beeinflussen.
„Was ist Rechtsextremismus heute – und wo kann er Jugendlichen begegnen?“ Mit dieser Leitfrage startete der Workshop. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, wie extrem rechte Gruppierungen versuchen, Nähe herzustellen: über scheinbar harmlose Texte, eingängige Melodien oder vermeintlich unpolitische Influencer.
Der Projekttag zeigte eindrucksvoll, wie Anwerbestrategien der extremen Rechten funktionieren: Musik dient dabei nicht nur der Unterhaltung, sondern als Türöffner in eine Ideologie, die sich modern, rebellisch und jugendnah inszeniert. Anhand ausgewählter Liedtexte analysierten die Jugendlichen, wie viel rechtsextremes Gedankengut sich hinter harmlos klingenden Formulierungen verbergen kann. Genau hier setzt „Soundcheck“ an – indem der Workshop Jugendlichen Werkzeuge an die Hand gibt, kritisch zu hören, zu hinterfragen und manipulative Botschaften zu erkennen.
Im Mittelpunkt stand ein Rollenspiel, in dem die Schülerinnen und Schüler entscheiden mussten, ob eine Band mit rechtsextremen Textbezügen beim Schulbandfestival auftreten darf. Ergänzende Übungen gaben Einblick in Propagandastrategien der extremen Rechten, beschäftigten sich mit Betroffenen rechter Gewalt und zeigten Wege auf, wie Jugendliche im Alltag couragiert gegen menschenfeindliche Einstellungen auftreten können.
Am Ende des Tages stand ein klares Fazit: Aufklärung schützt. Und wer Musik bewusst hört, wird weniger leicht von extremistischen Botschaften beeinflusst. Die Schulgemeinschaft des Otto-Hahn-Gymnasiums zeigt mit diesem Projekttag erneut, wie wichtig Präventionsarbeit ist, die Jugendliche stärkt, sensibilisiert und ihnen Mut macht, für demokratische Werte einzustehen.